Kategorien
Audio

5 Budget Video Mikrofone

Meine Erfahrungen wie Du ganz einfach schon mit einem preisgünstigen Video Mikrofon den Ton Deiner Aufnahmen deutlich verbessern kannst.

Bei meinem Bemühen mich in das Thema Videoaufzeichnung einzuarbeiten, begegnete mir immer wieder in verschiedenen Varianten die Behauptung, dass gute Tonqualität mindestens die Hälfte eines Videos ausmacht – wenn nicht sogar mehr. Nachdem ich bewusster auf den Ton in verschiedenen Videos achtete, stellte ich bald fest, dass einiges für diese Aussage spricht. Also wollte ich mich relativ früh, um die Anschaffung eines guten, aber trotzdem preiswerten Video Mikrofons für meine Aufnahmen kümmern.

Video, Audio & Mikrofone: ein Thema für sich

Ich musste feststellen, dass ich zwar schnell ein paar Standardempfehlungen zu Video Mikrofonen gefunden habe (dazu weiter unten mehr), aber genauso schnell durfte ich entdecken, dass die Thematik Audioaufzeichnung mehr Aspekte hat, als ich zunächst angenommen hatte. So interessant und wichtig diese auch werden können, so schnell lief ich Gefahr in Informationen zu einem weiteren Themenbereich zu ertrinken.

Vorwarnung: Der Artikel ist noch im Bastelstadium und wird immer wieder ergänzt. Außerdem werde ich häufiger etwas weitschweifig. Darüber hinaus sind die Links auf die Produkte Affiliatelinks. Kaufst Du über einen solchen Link etwas, werde ich mit einer Provision beteiligt. So kannst mich unterstützen ohne dass für Dich Mehrkosten entstehen.

Wichtig für gutes Audio im Video

Ein paar generell wichtige Punkte konnte ich für mich mit der Zeit herausarbeiten:

Externes Mikro

Mit zusätzlichem Mikro ist in 99% der Fälle deutlich besser als ohne. Man kann zwar unter Umständen mit den in Smartphons oder Kameras verbauten Mikros passable Ergebnisse erzielen, aber ein zusätzliches externes Mikro verbessert die Qualität deutlich. Selbst wenn es sich nur um ein 30 Euro Mikro an einer Kamera handelt, die mehrere tausend Euro wert ist. Das hat auch mit dem folgenden Punkt zu tun …

Immer nahe ran

Mikrofone sollten sich stets so nah wie möglich an der relevanten Audioquelle befinden. Selbst bei hochwertigen teuren Mikrofonen hört man deutlich, wenn der Sprecher weit von dem Mikro entfernt steht. Deshalb gibt es im Filmgeschäft auch den Mann mit dem langen Mikrofonarm, der das Mikro stets so nah über die Schauspieler wie möglich bringt – natürlich ohne das es in der Aufnahme zu sehen ist.

Zu meiner Überraschung arbeiten viele YouTuber genauso. Wenn diese ihr Setup zeigen, platzieren sie das Mikrofon mit Hilfe eines Ständers meist so nah wie möglich über ihren Kopf, knapp außerhalb des Aufnahmebereiches der Kamera.

Es gibt auch einige die sogenannte Lavalier Mikrofone verwenden. Das sind die winzigen Mikros, die man auch oft im Fernsehen sieht und z.B. an den Hemdkragen gesteckt werden. Aber auch hier gilt das gleiche Prinzip: so nah wie möglich an die Tonquelle zu kommen.

Umgebung & Wetter

Ein großen Einfluss auf die Aufnahmequalität haben auch die Rahmenbedingungen, die selbst ein Einsteiger mitbedenken sollte. Nimmt man in einem Raum mit Hall auf, klingt das nicht nur nicht gut, sondern das Zuhören wird für Deine Zuschauer anstrengend. Und dabei reden wir nicht nur von Lagerhallen, sondern auch jeglicher Raum mit wenig natürlichem Dämpfungsmaterial (Möbel, Teppiche, Gardienen, etc.) klingt eher unschön. Das ist mir früher auch nicht wirklich bewusst aufgefallen, aber mittlerweile höre ich das relativ gut raus.

Ein etwas amüsantes Beispiel ist folgendes Video, das sich eigentlich dem Thema Licht bei Videoaufnahmen widmet. Der thematische Inhalt ist ordentlich aufbereitet, aber der Ton ist speziell für jemanden, der anderen etwas bzgl. Videoerstellung beibringen will schon sehr grenzwertig: Youtube Video Licht.

Bei Außenaufnahmen ist Wind immer wieder ein Problem. Vielen Mikros liegt ein Fell, eine sogenannte „Tote Katze“ (Dead Cat) bei, das sehr wirksam ist, um störende Windgeräusche zu reduzieren. Es kann auch generell schwierig werden, wenn das Mikrofon zu viel Umgebungsgeräusche zu deutlich aufnimmt.

Welches Video Mikrofon ist das richtige?

Wie eigentlich immer gibt es nicht DAS richtige Mikrofon, denn wie gut ein Mikrofon passt, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören nicht zuletzt die Kosten, aber auch Einsatzzweck, Handhabung, technische Voraussetzungen und natürlich der Klang.

Sehr verkürzt gesagt, fährst Du aber immer mit einem zusätzlichen externen Mikrofon besser als mit dem in Deiner Kamera oder Smartphone. Selbst wenn es sich um ein absolutes Low Budget Produkt im Bereich von 20-30 Euro handelt.

Günstiges Video Mikrofon: Standardempfehlungen?

Wenn es um ein günstige Mikrofone für Video geht, stößt man recht schnell auf eine sehr verbreitete Empfehlungen. Als Einstiegsmikro wird z.B. sehr gerne das ca. 45 Euro teure Rode VideoMicro empfohlen (Achtung: nicht mit dem Rode VideoMic Me verwechseln, das zum direkten Anstecken an Smartphones gedacht ist). Und die Empfehlung ist nicht grundsätzlich falsch. Aber ich habe über den Test The Best Budget Mic Ever! Movo VXR10 von Caleb Pike erfahren, dass es mit dem Movo VXR10 ein dem VideoMicro ebenbürtiges und in einigen Aspekten wie Preis (ca. 35 Euro), Ausstattung (zusätzliches Kabel für den Anschluss an Smartphones) und Lautstärke sogar leicht überlegenes Mikrofon existiert. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch Brian Miller, der dem Vergleich der beiden Mikrofone sogar drei Videos gewidmet hat: 1, 2, 3. Wenn Du an seinem Fazit interessiert bist, schau Dir einfach das dritte Video an, da fasst er seine Erfahrungen zusammen.

Der Vorteil beider Mikrofone liegt neben dem relativ günstigen Preis in der Handlichkeit. Beide haben ein sehr geringes Gewicht und lassen sich über den mitgelieferten „Shock Mount“ an dem Blitzschuhadapter Deiner Kamera befestigen. Es werden keine Batterien für den Betrieb der Mikrofone benötigt, so dass Du weder an Batterien oder an das Ein- und Ausschalten denken musst.

Aus meiner heutigen Sicht würde ich mir bei einem Budget bis zu 50 Euro als erstes entweder das Movo VXR10 zulegen oder ein günstiges Lav Mic (siehe weiter unten).

Screencasting Mikro

Da mein Augenmerk zunächst mehr auf Screencasting lag, habe ich mich lange umgesehen umgehört. Und für solche Zwecke oder auch zum Podcasten wurde immer wieder das Audio-Technica ATR2100 empfohlen. Es hat etwas gedauert bis ich begriffen habe, dass dieses Mikrofon unter diesem Namen nur auf dem anderen Kontinent verkauft wird. In Europa wird das baugleiche Mikrofon unter dem Namen Samson Q2U vertrieben.

Eine entsprechende Empfehlung findest Du z.B. in The Best Podcast Microphones for Every Budget von Mike Russel, der übrigens regelmäßig ausgezeichnete Videos zum Thema Audio veröffentlicht. Er hat auch ein tolles Tutorial zu Audioeinstellungen für Sprachaufnahmen in Premiere Pro und auch einige andere Programme veröffentlicht. Was mich letztendlich überzeugt hat das Samson zu kaufen, war das Video Choosing the Best Microphone for Your Podcast in dem Kevin Ross demonstriert, dass das Samson Q2U (im Video nutzt er das baugleiche Audio-Technica ATR2100) neben einer relativ guten Tonqualität auch sehr wenig Hintergrundgeräusche aufnimmt.

Da mein Büro mit einer hohen Decke ausgestattet ist und so leicht zu Hall neigt und dazu hier oft Geräusche von draußen oder meinen Büronachbarn zu hören sind, war das ein Argument, das für das Samson sprach. Leider muss man dafür selbst auch sehr nah an das Mikrofon heran, aber ich nutze es mittlerweile sogar wie ein Boom Mikrofon. D.h. über mein Setup für mein Mini YouTube Video Studio, habe ich ein günstigen Mikrofonhalter oben an dem Monitorständer angebracht und bringe das Mikro von oben knapp vor meinen Kopf. Gerade so, dass das Mikro nicht auf der Videoaufnahme sichtbar wird.

Ein Vorteil dieses Mikros ist, dass es auch nur per USB an einen Rechner angeschlossen werden kann. Aber leider ist die Ausgabelautstärke auf diesem Weg extrem leise. So leise, dass ich erst dachte das Mikro wäre defekt – aber es funktioniert. Ich habe dann ein zusätzliches Audio Interface erworben, um das Samson Q2U damit über ein XLR-Kabel (das übrigens beiliegt und angenehm lang ist) anzuschließen. Ich habe mich für das Focusrite Scarlett Solo 3rd Gen entschieden und bin damit klanglich sehr zufrieden. Allerdings bedauere ich es mittlerweile nicht doch einen mobilen Recorder erworben zu haben mit der Möglichkeit gleichzeitig mehrere Mikrofone anzuschließen wie z.B. den Zoom H4nPro oder den Zoom H5.

Gerade in Verbindung mit einem mobilen Recorder würde ich dann wohl auch zu einem Samson C02-P greifen. Ein Set aus zwei Mikrofonen für nur ca. 80 Euro, die gut für Podcasting und auch als Boom Mikros genutzt werden können. Aber Achtung: diese Mikros haben im Gegensatz zum Samson Q2U nur XLR-Anschlüsse und es wird kein XLR-Kabel mitgeliefert!

Gerald Undone hat das Mikro wohl eine zeitlang verwendet und bespricht es auch ausführlich in seinem Mikroüberblicksvideo. Und Curtis Judd widmet dem Samson C02-P ebenfalls einen Abschnitt in seiner Übersicht und hat auch ein eigenständiges Review zu dem Video Mikrofon veröffentlicht.

Video Lav Mics

Der Vorteil von Lav Mics als Video Mikrofon liegt darin, dass ich in der Regel freier agieren kann, als mit einem ausgerichtetem Boom Mic. D.h. ich brauche mir keine Gedanken machen, dass ich mich versehentlich aus dem Aufnahmebereich des Mikros herausbewege. Allerdings: Willst Du mit einem Lav Mic ganz frei sein, benötigst Du entweder ein sehr langes Kabel – was ich wenn Du kein festes Studio Setup nutzt nicht unbedingt empfehlen würde, weil Du dann dauernd mit Kabelmanagement beschäftigt bist – oder einen externen Audiorekorder – was aber durchaus auch mit einer Handyapp zu lösen ist – oder eine Funkstrecke wie das Rode Wireless Go System.

Ich habe mich bisher echt schwer getan ein gutes Budget Lav Mic zu finden. Ich selbst hatte als erstes ein Rode smartLav+, das mir geschenkt wurde. Aber obwohl ich immer wieder gehört habe, das es die Empfehlung für ein günstiges Lav Mic sein soll, klang es für mich im Vergleich mit dem Rode VideoMic, dem Movo VXR10 und meinem Samson Q2U immer etwas unangenehm dosig (flacher wäre vielleicht der richtige Ausdruck). Ich habe mich schon häufiger gefragt, ob mein Rode ggf. nicht ganz korrekt arbeitet.

Ich habe mir diverse Vergleichsvideos angesehen bzw. angehört, aber ich tue mich bei den meisten günstigen Lav Mikros sehr schwer deutliche Unterschiede herauszuhören:

  • 6 Affordable Lavalier Microphones Compared von Curtis Judd: Curtis Judd ist für mich einer der solidesten Autoritäten auf YouTube, wenn es um Audio für Video geht. Das Video ist sehr gut für den Klangvergleich aufgebaut, aber außer, dass mir auch hier der Klang des Rode nicht so ganz so gut gefällt, fällt es mir schwer ein Urteil zu fällen. Das von ihm favorisierte Aputure A lav. wird wohl nicht mehr verkauft. Aber der Nachfolger scheint das Deity V.Lav zu sein, das bei ihm in einem Einzelreview relativ gut wegkommt. Interessanterweise bietet er in dem Video einen direkten Audiovergleich (bei 3:38) zwischen dem V.Lav und dem Rode smartLav+. Auch nach mehrmaligen Anhören, kann ich in diesem Beispiel nur einen sehr kleinen Unterschied zwischen den beiden Lav Mics hören. Das Rode klingt im Video definitiv besser als ich es bei Aufnahmen von meinem kenne. Vielleicht hat meins doch einen Schlag weg.
  • AUDIO TIPS | How To Use Lavalier Microphones von Sidney Diongzon: Das Video enthält überraschenderweise nicht nur die versprochenen Tipps, sondern auch noch einen Vergleich zwischen einem günstigen Aspen Mics HQ-S (das aber anscheinend nicht mehr verfügbar ist), dem Rode smartLav+ und dem deutlich teureren Sennheiser ME-2-II.
  • 5 Budget Lavalier Mics – Comparison von D4Darious: Für meinen Geschmack etwas zu peppig aufgezogenes Video, das einem den akustischen Vergleich eher schwer macht.

In dem Video 7 Ways to Hide a Lavalier Microphone zeigt Izzy Hyman verschiedene Lösungen, um ein Lavalier Mikro zu verstecken. Aber denk dran: gleich zu Beginn sagt er auch, dass so lange es OK, sollte man das Lav Mic sichtbar platzieren, denn so erhält man stets die bessere Audioqualität.

Weitere Links

1 Anwort auf „5 Budget Video Mikrofone“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.