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YouTube Video Studio am Schreibtisch

Wie ich mir ein Mini YouTube Studio Setup an meinem Schreibtisch eingerichtet habe.

Nachdem entschieden war, dass ich zukünftig auch Videos zu WordPress Themen für unseren wphelp YouTube Channel produziere, kam schnell die Frage nach dem passenden Setup auf mit dem ich mich selbst aufnehmen kann. Da mein Büro relativ klein ist, musste das Setup platzsparend sein und noch dazu wollte ich gerne effektiv arbeiten können. D.h. etwas, das ohne viel Zeitaufwand schnell eingerichtet ist wäre ideal. Und nicht zuletzt wollte ich nicht zu viel Geld investieren. Da bekam ich von Caleb Pike, dem Betreiber des DSLR Videoshooter Channels, eine tolle Lösungsmöglichkeit gezeigt: ein Mini YouTube Video Studio Setup direkt am Schreibtisch.

YouTube Video Studio Setup am Schreibtisch

Die Lösung ist wie gemacht für mich:

  1. Ideal für „Talking Head“ Aufnahmen: Ich wollte sowieso nur kurze Sequenzen für die Intros und Outros der Videos aufnehmen, bei denen ich direkt in die Kamera spreche. Und man kann bei Screencasts toll auf den Bildschirm des Rechners weisen nach dem Motto „Jetzt schauen wir uns das mal an!“. Ich denke auch für Streaming sollte das Setup gut geeignet sein.
  2. Minimaler Platzbedarf: Alles wird direkt am Schreibtisch befestigt und benötigt daher keinen bzw. kaum zusätzlichen Platz im Büro.
  3. Geringe Rüstzeit: Das Setup kann dauerhaft eingerichtet bleiben. Wenn ich ein Video aufnehmen will, muss ich nur das Licht einschalten und die Kamera einrichten und los geht’s. Kein mühseliger Auf- und Abbau von Stativen, Lichtständern etc.
  4. Effizientes Arbeiten: Wenn man das Setup mit einer Möglichkeit nutzt direkt von der Kamera in den Rechner aufzunehmen, braucht man nicht mal mit einer SD-Karte herumhantieren und der Monitor meines Rechners liefert eine riesige Live-Vorschau des Kamerabildes. Ideal um den Blickwinkel zu überprüfen und ob alles Scharf gestellt ist.
  5. Kostengünstige Lösung: Wenn man die Kosten für eine Kamera und ein Objektiv außen vor lässt, dann liegt die Investition für das benötigte Material in einem überschaubaren Bereich von zwei- bis dreihundert Euro. Die Lösung funktioniert sicherlich auch für Aufnahmen über ein Smartphone, aber dann könnte man das ganze vermutlich auch noch etwas schlanker gestalten.

Übrigens: Dies ist ein „Work In Progress“ Artikel, der im Grunde noch nicht fertig ist und noch ergänzt wird. Aber ich wollte schon mal die Grundlage online stellen. Und bei einigen der Links handelt es sich um Affiliatelinks. Kaufst Du über einen solchen Link etwas, werde ich mit einer Provision beteiligt. So kannst Du mein Bemühen unterstützen ohne dass für Dich Mehrkosten entstehen. Wo, wann und wie Du etwas kaufst, bleibt natürlich Dir überlassen.

Was brauchst Du für das kleine YouTube Video Studio?

Ich habe mich weitgehend an dem Setup von Caleb Pike orientiert. Allerdings sind einige der empfohlenen Materialien nicht mehr oder eben hierzulande nicht ohne weiteres verfügbar. D.h. ich musste passende Alternativen finden. Und da ich insbesondere im Audiobereich bereits ausgestattet war, habe ich hier nichts kaufen müssen. Eine kompakte Materialliste findest Du am Ende des Artikels.

Vorweg: Ich finde das Setup zwar für meine Zwecke ideal, aber es kann durchaus sein, dass dies für Deine Rahmenbedingungen nicht der Fall ist. Wenn Du nur mit einem Smartphone oder einer Point and Shoot Kamera aufnimmst, ist das Setup wohl eher überdimensioniert. Trotzdem kann man sich einige Anregungen holen und dann alles an seinen Bedarf und die eigenen Voraussetzungen anpassen.

Und wenn Dir die schreibtischgebundene Lösung nicht gefällt, schau Dir doch Caleb Pikes Variante des Setups auf nur einem großen beweglichen Ständer an.

Ich werde zwar sicherlich auch noch selbst ein Video zu meiner Lösung erstellen, aber aktuell empfehle ich Dir für das genaue Vorgehen das Video von Caleb Pike anzusehen – auch wenn Du kein Englisch verstehst.

Monitorständer als Stativ

Das YouTube Mini Videostudio Setup basiert hauptsächlich auf einer Monitorhalterung mit drei Armen, die als Ständer oder besser Anbringungsmöglichkeit für Kamera, Mikrofon und Licht dienen.

Der von Caleb Pike als Grundlage gewählte Wali Monitorständer und die zwei zusätzlichen Monitorarme (kurz & lang) werden durch hohe Versandkosten aus Amerika teurer, sind dazu hierzulande nicht immer verfügbar und selbst wenn besitzen diese dazu noch eine längere Lieferzeit. Ich habe auch keine direkten 1:1 Alternativen anderer Hersteller gefunden, obwohl diese Art der Monitorarme ansonsten sehr verbreitet sind. Das was meist fehlt ist eine mit 80 cm relativ hohe Stange, die den 31,5 Zoll des empfohlenen Wali Monitorständers entspricht.

Wer sich mit einer kleineren Stange zufrieden gibt, findet allerdings reichlich Auswahl auf Amazon wie z.B. den AmazonBasics – Einzel-Monitorständer, der aber wie so viele nur eine 45 cm Stange besitzt. Mit dieser wird es extrem schwer die passende Höhe für das Lichtsetup zu erreichen. Generell war es sehr mühselig auf Amazon zu recherchieren, da die meisten Produkte zwar klare Angaben über die mögliche Monitorgröße und spätere Höhe machen, aber seltener die genauen Maße für die Höhe der Stange oder die Länge des Monitorarms deutlich hervorheben.

Da als ich loslegen wollte der empfohlene Wali Monitorständer nicht lieferbar war, habe ich mich dann für die Suptek Monitor Halterung mit Laptop als Grundlage entschieden. Dessen Stange besitzt eine Länge von 80 cm was den 31,5 Zoll des empfohlenen Wali Monitorständers entspricht. Außerdem ist wie bei dem Wali ein ca. 43 cm (entspricht ca. 16,9 Zoll) langer Monitorarm enthalten. Als Plus gibt es einen weiteren Monitorarm im Paket. Leider ist dieser mit seinen 26,5 cm kürzer als der andere Monitorarm.

Meine Überlegung war, dass ich diesen zumindest zur Anbringung des Mikrofonarms nutzen könnte, weil aus meiner Sicht der von Caleb Pike etwas größere 43 cm Monitorarm dafür nicht zwingend notwendig ist. Im Moment habe ich es sogar so gelöst, dass ich den kleinen Monitorarm ganz nach oben genommen habe und dort sowohl das Lichtsetup als auch meinen Mikrofonarm angebracht habe. Ich kann damit das Licht nicht so weit nach außen schwenken, aber bisher komme ich mit diesem Setup zurecht.

Achtung: Wenn Du ein günstigeres ähnliches Setup auf Amazon findest, kontrolliere unbedingt wie lang die Haltestange ist, denn auf den Fotos wirken diese meist länger als sie es in Wirklichkeit sind.

Ich hatte von Duronic einzeln erhältliche Monitorstangen mit 80 cm und 100 cm Länge gefunden und zunächst gedacht, dass ich mir dazu einzelne Monitorarme suche. Mir gefiel die dreifach Schreibtischklemme bei diesen sehr. Aber mittlerweile weiß ich dass Monitore deutlich schwerer sind als das Videosetup, so dass eine einfache Schreibtischklemme für dies Vorhaben absolut ausreichend ist.Außerdem erwies sich die Suche nach einzelnen Monitorarmen als schwierig.

Für den von Caleb Pike verwendeten langen dreifach Monitorarm mit 28 Zoll (ca. 70 cm) habe ich keine Alternative gefunden. Entsprechend lange Monitorarme gibt es wohl nur in einem Set für einen dreifach Monitorständer. Allerdings sind bei den Angeboten, die ich gefunden habe immer fest verbundene Doppelarme enthalten und die Sets sind dazu noch teuerer. Da ich ich mit meiner derzeitigen bereits erwähnten abgespeckten Lösung zufrieden bin, habe ich mich auch nicht weiter umgesehen.

Vielleicht könnte auch die Verwendung neuerer hydraulischer Monitorarme eine gute Lösung sein, aber diese sind meist teuerer und ich wollte nicht weiter experimentieren, sondern möglichst zügig aufnahmebereit sein.

DIY Video Studio Bastelanteil

Es gibt bei der ganzen Sache nur einen kleinen Do It Yourself Bastelteil bei dem man zwei vorhandene Bohrungen an dem Monitorständer vergrößern muss:

  1. In dem mittellangen Monitorarm muss eine Bohrung vergrößert werden, um die Puluz Verlängerungsstange mit Hilfe der NICEYRIG Kamera Schnellverschluss Schrauben befestigen zu können.
  2. In der Vesahalterung an die das Lichtpanel per Kugelkopf befestigt werden muss, muss ebenfalls eine Bohrung vergrößert werden. Ich habe hier noch zusätzliche Unterlegscheiben benötigt, damit ich den Kugelkopf wirklich festschrauben konnte.

Ich bin jetzt nicht so der große Handwerker, aber ich konnte trotzdem sehr vorsichtig mit Hilfe eines Rovtop 3PCS Spiralnut Stufenbohrer Sets und meiner Bohrmaschine (mein Akkuschrauber ist zu leistungsschwach) die beiden Löcher vergrößern. Das hat nur ca. 15 Minuten gedauert.

Wichtig: Daran denken, dass beim Ausbohren Hitze entsteht und gelegentliche Pausen einlegen, damit das Material zwischendurch abkühlen kann. Und vor allem nicht unvorsichtig an den Stufenbohrerkopf fassen … Aua!

Schau Dir für das Vorgehen am besten das Video von Caleb Pike an – auch wenn Du kein Englisch verstehst!

Licht für das YouTube Studio Setup

Das von Caleb Pike empfohlene günstige LED-Lichtpanel Andoer Travor FL-3060, das auch unter dem Brand Fositan verkauft wird, scheint eher schwierig zu beschaffen sein. Die Alternative eine qualitativ hochwertigere Falcon Eyes RX-18TD Lichtmatte mit der separaten Fernbedienung zu nutzen war mir zu kostspielig. Ich habe glücklicherweise eine verfügbare Lösung von Neewer gefunden: Neewer Rollbare 30x53cm Flexible LED-Lichtleiste. Diese ist von der Bauart sehr ähnlich, aber ein ganz bisschen kleiner als die empfohlenen LED-Matten. Außerdem ist das Licht mit ca. 100€ relativ erschwinglich.

Audio für das Mini Video Studio

Caleb empfiehlt in seinem Video das klassische Budget Mikro: ein Rode VideoMicro auf einem günstigen Mikrofonständer. Daran ist grundsätzlich nichts auszusetzen. Da ich bereits im Besitz eines Samson Q2U Mikrofons und eines günstigen Mikrofonständers war, brauchte ich mir nichts neues anzuschaffen. Ich habe zwar auch das Rode Video Mic, aber obwohl das Samson auch ein günstiges Mikrofon ist, finde ich den Klang besser. Allerdings nutze ich das Mikro auch über eine XLR-Verbindung an einem externen Audio Interface, dem Focusrite Scarlett Solo 3rd Gen.

Müsste ich mir heute mit einem knappen Budget ein neues Mikrofon kaufen, würde ich statt des Rode Mikros eher das Movo VXR10 Universal Video Mikrofon wählen, denn das sogar ca. 10€ günstigere Movo bietet bei ähnlich guter Audioqualität eine höhere Ausgabelautstärke und wird im Gegensatz zum Rode VideoMicro mit zwei Anschlusskabel geliefert: beide mit einem 3,5 mm Klinkenstecker, aber eines mit einem TRS-Anschluss für den direkten Anschluss an eine Kamera und eines mit einem TRRS-Anschluss, der für die meisten Smartphones geeignet ist. Um das Rode an ein Smartphone anzuschliessen ist ein zusätzliches Kabel oder ein TRS-TRRS Adapter nötig. Ich finde einzig den Shock-Mount des Movo nicht so gut wie den des Rode VideoMicro. Die Empfehlung für das Movo Mikro kam übrigens auch vom DSLR Shooter, weshalb mich seine Wahl des VideoMicro etwas überrascht hat.

Wenn mir die Nutzung des Mikros in einer Art Vlogging Setup für unterwegs nicht wichtig wäre, würde ich mittlerweile wohl auch zu dem Samson C02-P tendieren. Ein kurzes Shotgunmikro, das für den Preis von etwas über 80€ in einem zweier Set verkauft wird, so dass man auch problemlos zwei Personen aufnehmen kann. Das habe ich übrigens auch als Empfehlung für einen zwei Personen Podcast kennen gelernt. Du kannst das Mikro auch als Samson SAC02C einzeln erwerben, aber da das den Preis nur um 15€ senkt, würde ich eher das 2-er Set wählen. Aber denk dran: es wird noch ein (bzw. zwei) XLR-Kabel benötigt und muss dann in ein zusätzliches Audio Interface laufen.

Als Verlängerungkabel für das Mikrofon empfiehlt Caleb Pike das AmazonBasics Aux-Kabel. Ich besitzte bereits ein 6 Meter langes Rode SC1-Kabel, aber da ich den XLR-Anschluss meines Samson Q2U Mikros nutze und das mitgelieferte XLR-Kabel lang genug ist, benötige ich derzeit kein zusätzliches Verlängerungskabel.

Kamera und Objektiv

Grundsätzlich kannst Du jede Kamera für dieses YouTube Video Studio Setup verwenden. Letztendlich über eine Smartphonehalterung sogar ein Smartphone. Aber in diesem Fall würde ich eher auf eine leichtere Lösung setzen wie z.B. eine Smartphone Halterung mit flexiblen Arm.

Caleb Pike empfiehlt für das Setup eine Sony Alpha 6400 Kamera mit einem 16 mm Sigma F1,4 DC DN Contemporary Objektiv. Ich selbst besitze die 6400 und ein 30 mm Sigma F1,4 DC DN Contemporary Objektiv. Letzteres ist wie ich feststellen musste für meine Zwecke nicht so gut geeignet, da ich die Kamera weiter weg platzieren muss, um den von mir gewünschten großzügigeren Bildausschnitt von mir an meinem Schreibtisch zu erhalten. Das könnte ich mit dem 16 mm Objektiv vermutlich direkt am Schreibtisch erreichen. Ansonsten bin ich mit dem Objektiv vollkommen zufrieden und im Moment nur nicht bereit zusätzliches Geld für die 16 mm Linse auszugeben. Da ich die Sony Alpha 6400 in einem Kit mit dem Sony SEL18135 E 18-135mm F3.5-5.6 OSS Objektiv erworben habe, könnte ich auch dies zur Aufnahme verwenden. Mir gefällt das Kitobjektiv sehr gut, aber das Bild mit dem 30 mm Sigma Objektiv gefällt mir ein Tick besser und mit diesem kann ich auch noch in einem dunkleren Setup (also bei weniger Licht) sehr gut aufnehmen. Die Sony Alpha 6400 kann in 4K aufzeichnen und besitzt einen unglaublich guten Autofokus.

Wie gesagt kannst Du aber auch jede andere Kamera verwenden. Für 4K Aufnahmen eignet sich auch eine günstige Panasonic Lumix DMC-G7 oder der Nachfolger die Panasonic DMC-G70. Genauso gut lässt sich auch eine Canon EOS M50 verwenden für die das empfohlene Sigma 16mm F1,4 DC DN Contemporary Objektiv ebenfalls erhältlich ist. Hier gibt es viel Auswahl in einem Bereich ab 300 Euro aufwärts und selbst viele aktuelle Smartphones bieten 4K als Aufnahmemöglichkeit.

Übrigens: Ich war an einer 4K Aufnahme nicht so sehr interessiert, um 4K Videos zu produzieren. Unsere Videos werden in der Regel in Full HD also 1080p erstellt. Aber eine 4K Aufnahme bietet mir die Flexibilität beim Schneiden zwischen Bildausschnitten zu springen. Damit wirkt eine Talking Head Aufnahme etwas abwechslungsreicher und ich kann Schnitte bei Versprechern leichter kaschieren.

Video Studio Erweiterungen

Nicht unbedingt notwendig, aber die Ergänzung des Sets mit einem Elgato Cam Link 4K, um von der Kamera direkt in den Rechner aufzuzeichnen macht den Arbeitsablauf sehr effizient. Zum einen erhält man eine großformatige Vorschau der Kameraperspektive an seinem Rechnermonitor und kann dann direkt auf dem Rechner aufzeichnen. So kannst Du nach Abschluss der Aufnahme sofort mit dem Schneiden beginnen ohne mit SD-Karten herumhantieren zu müssen.

Es sind allerdings einige Punkte zu bedenken (Rechner muss leistungsfähig genug sein, die Kamera benötigt einen sauberen HDMI-Output). Mehr zu dem Thema kannst Du in meinem Artikel zum Elgato Cam Link 4K lesen.

… to be continued …

Materialliste YouTube Video Studio

Hier habe ich alle Materialien inkl. Alternativen gesammelt aufgelistet.

Monitorständer

Licht

Audio

Optionales Material

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